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Ausgabe 2, Dezember 2006

in Beuern am 07.10.2006

Es waren harte Bedingungen, die die 72 Starter im Gelände des MSC Beuern vorfanden. Regenschauer hatten die Hänge der Motocrossstrecke in reine Rutschbahnen verwandelt. Dazu kamen herausfordernde, knifflige Sektionen. Wie Michael Köhler am Abend anerkennend bemerkte: “Du mußtest richtig kämpfen!” Und Spaß hatten sie alle, man hörte allerorten nur Lob. Verantwortlich für die gelungene Veranstaltung war die Truppe rund um Norbert Sollner, die teilweise schon am Mittwoch im Gelände war. Ein weiteres Dankeschön an die Mercedes Niederlassung Offenbach, die die Veranstaltung nach Kräften unterstützte. Nicht nur mit Flaggen und Wimpeln, sondern auch tatkräftig als Streckenposten. Zu guter Letzt auch an einen fleißigen Baggerfahrer: Sascha Natus vom MSC Beuern nahm sich selbst scherzhaft gemeinte Äußerungen zu Herzen, und grub gemäß Norbert Sollners “Wunsch” ein 3x3x3m Loch in die Streckenführung der Prototypensektion. Doch dazu später mehr.
Im JuniorCup gab es eine Überraschung: Nachdem Franziska Tinschert fünf Läufe in Folge gewinnen konnte, landeten sie mit ihrem Vater als Beifahrer “nur” auf dem zweiten Platz hinter Manuel Malewska. Die Rufer, die sie an der Siegerehrung aufforderten am Looser-Tisch Platz zu nehmen sollen aber erst einmal ihre Leistung bringen, und fünfmal hintereinander gewinnen, ehe sie sich zu solchen Äußerungen hinreißen lassen. Im FunCup gab es mit Florian Langstrof einen neuen Sieger. Der einzige, der dieses Jahr wiederholt siegen konnte, Ralf Gärtner, wird die Saison wohl nicht zu Ende fahren, zum Ärger all derjenigen, die ihn beim Meistertipspiel des VDGV ganz vorne auf der Rechnung hatten.
Ebenfalls heiß umkämpft die Klasse Original. Stephan Postel und Bernhard Stracke konnten einen wichtigen Schritt tun und Christof Schumann behauptet nach seinem dritten Platz weiterhin die Tabellenführung. Stephan ärgerte sich gewaltig, als er sich in der Sektion 3 verhörte, und meinte “Abbruch” verstanden zu haben, wobei der Streckenposten “Absperrband” rief. Stephan fuhr daraufhin am fünften Tor vorbei, das er wenigstens mit einem Reifen nur hätte durchqueren müssen. Da war es dann tatsächlich ein Abbruch. Ob er danach noch mit einem Sieg gerechnet hätte, ist nicht bekannt. Aber gute 120 Strafpunkte weniger als Kompagnon Bernhard reichten zum Sieg.
Die Sektion 1 und 2 war mit ihren Baggerlöchern immer wieder gut zum fotografieren außergewöhnlicher Verschränkungen und beinahe Umfallern. Die Fahrzeuge der Klasse Standard kamen mit weniger Strafpunkten davon als die Originalfahrzeuge. Durchfahren ohne Abbruch war mal wieder die halbe Miete. Nach dem Motto: “dabei sein ist alles” schleppte sich alsbald Helmut Kleiner von den Aulendorfern durch die Sektionen. Mit fehlendem Vorderachsantrieb und dem daraus resultierenden vorletzten Platz konnte er nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Auf den letzten Platz rollte Uli Lehmann. Er konnte seinen schräg stehenden SJ413 nicht mehr halten und rollte sich über die Seite zweieinhalb Mal in die Schlucht, genannt “Elefantenklo” ab. Durch den weichen Boden ist ihm nichts passiert und auch der Suzuki hat es ohne größere Schäden überstanden. An ein Weiterfahren war jedoch nicht mehr zu denken. Tabellenführer Heinz Bertsch kassierte in den Sektionen 3 und 5 jeweils einen Abbruch da er das letzte Tor nicht durchfahren konnte. In der 3 galt es zum fünften Tor einen rutschigen Hang zu erklimmen. Schwierig genug kam bei Heinz auch noch ein extra Schauer dazu, so dass er nicht hinauf kam. Ohne die 200 Punkte wäre ihm der Tagessieg sicher gewesen. Den holte sich überraschend Horst Tinschert. Ohne Abbruch und ohne eine Torstange umzufahren kam der Oldie zielsicher durch. Auch der zweite Platz ging an jemanden, der um die Eurotrialstartplätze nichts mitzureden hat. Dennis Kaden vom SCC Bramsche leistete sich nur zwei Punkte mehr als Horst und war sichtlich glücklich. Bei der Siegerehrung gab es anfangs eine kleine Verwirrung. Thomas “Aldi” Altvater wurde nach ganz oben aufs Treppchen gebeten und wehrte sich heftig. Es könne nicht sein, da er einige Sektionen nicht gefahren ist. Eine neuerliche Auswertung brachte dann Jürgen Wagner auf Platz eins und Michael “Mitsch” Köhler auf Platz zwei. Aber keiner freute sich so wie Dieter Rückert, der schon als ewig viertplazierter durch die Korrektur auf den dritten Platz auf dem Stockerl klettern durfte. Für Harald und Sebastian Liesicke war der Spaß schnell vorbei. Nachdem sie jetzt die Probleme mit den Achsen in den Griff bekommen haben, traten in Beuern massive Motorprobleme auf. So kämpften sie sich mit stumpfen Waffen auf die Plätze 14 und 15. Die Prototypensektionen waren wieder im Wäldchen gesteckt, beide nach Richtverfahren drei. In der 13 befand sich eingangs erwähntes Loch. Noch sechs von sieben Prototypen traten an um die Reihenfolge auszulosen.
Die Tore eins und zwei waren so gesteckt, daß es anscheinend nur den Weg durch das Loch gab. Viele sagten, einmal unten kommst du nicht wieder aus eigener Kraft heraus. Joachim Grüppner grub sich fast schon durch das Tor hinaus als es ein vernehmliches “Knack” gab und ein Vorderachsgelenk seinen Dienst quittierte. Angespornt davon, daß es klappen könnte wagte sich auch Harald Schumann hinunter und kam mit einem punktreichen Sieg auch wieder heraus. Erst Dirk Lewandowski fuhr eine Torstange des ersten Tores um, umfuhr das Loch und quetschte sich gerade so an der Kante entlang durch das zweite Tor. Das war billiger. Trotzdem reichte es für Dirk nicht, da er in der Sektion 11 schon eine Chance vertan hat. Der Hang im Wald war extrem rutschig, und nur “Opelix” mit Harald Schumann und das “Fliewatüt” mit Sebastian Bültemeier kamen oben an. In den Protosektionen leistete sich Sebastian keine schwerwiegenden Fehler mehr und der Tagessieg war auch gleichzeitig die Entscheidung über die Meisterschaft.
Die Mannschaftswertung gewann der hervorragend aufgelegte SCC Bramsche. Die Allradfreunde Heidelsheim mußten sich mit einem Punkt weniger und damit dem zweiten Platz zufrieden geben. Auf Platz drei landeten die 4x4 Freunde Mainz.

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