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Ausgabe 2, Dezember 2006
Im Rückblick: 7. Lauf zur DGM des SCC Bramsche in Hesepe
am 21.10.2006
Der
goldene Herbst machte seinem Namen alle Ehre und bescherte
dem SCC Bramsche nicht nur sonniges Wetter, sondern auch noch einen
neuen Starterrekord. Zum Endlauf der Deutschen Geländewagen
Meisterschaft fanden sich 98 Trialfahrer auf dem vereinseigenen
Gelände ein. Kräftig unterstützt wurde das Feld von
zusätzlichen 21 Startern, die üblicherweise im CVT und
der GTG Weserland unterwegs sind. Sie wollten nach ihren eigenen
Endläufen mit den Fahrern der DGM messen und lieferten als
Tagesstarter ein starkes Ergebnis ab.
Die Sektionen in den Sandhügeln waren mutwillig mit Baggerlöchern
versehen. Ist doch nur Sand und ein bißchen Wasser
so ließ mancher Mund verlauten. So etwas können
nur Offroader von sich geben, die in Bramsche noch nie gestartet
sind! Die trassierten Strecken wandelten häufiger ihr Gesicht.
Manches war anfangs mit Mühe und Not befahrbar, wurde dann
zur Autobahn um danach von jemanden so unterschätzt
zu werden, dass nach so mancher Grabaktion gar nichts mehr ging.
Im FunCup tippten vor Drackenstein die meisten auf Ralf Gärtner
als Meister. Doch er legt gerade die Jägerprüfung ab und
hatte keine Zeit mehr an den restlichen Läufen teilzunehmen.
So setzten sich Werner Krumschmidt und Rolf Muth an der Spitze der
Rangliste fest. Wie immer waren vier Sektionen aufgebaut, die aber
dieses Mal gegen Mittag gedreht wurden, so daß es acht Passagen
zu bewältigen gab. Der zweite Platz wurde an diesem Tag gleich
zweimal vergeben, da Ulrich Kappers genauso viele Strafpunkte einfuhr
wie Rolf Muth. Auf den obersten Platz auf dem Stockerl kletterte
der Nissan Terrano-Pilot Werner Krumschmidt. Nun wurde gerechnet.
Streichergebnis, Veranstalterdurchschnitt und mit drei Punkten Vorsprung
wurde Rolf Muth auf dem Mercedes G mit Pflanzenöl als Kraftstoff
der FunCup Meister des Jahres 2006.
Im JuniorCup fuhr Simone Braeuner auf den ersten Platz. Franziska
Tinschert, die schon in Drackenstein mit ihrem fünften Sieg
die Meisterehre errungen hatte, kam auf Rang zwei, den sie aber
schon als Streichergebnis nutzen konnte. Das Damentrio auf dem Podium
komplettierte Sabrina Schaar. In der Abschlusswertung folgten auf
P2 und 3 dann die Junioren Manuel Malewska und Marcel Kroboth.
Das Reglement erlaubt Fahrzeugen der Klasse Original Halbtüren,
solange diese aus umgebauten Originaltüren bestehen. Nun hatten
sich Udo Swafing und Johannes Ehmanns den Toyota des Duos Bernhard
Stracke und Stephan Postel genauer angesehen und festgestellt, das
hier keine Originaltüren gekürzt worden waren, sondern
nur zurechtgeschnittenes Blech die Tür bildete. Sie entschlossen
sich Protest einzulegen, dem technisch auch stattgegeben worden
wäre. Da jedoch die Protestfrist verstrichen war, mußte
der Protest abschlägig beschieden werden. Somit blieben beide
in Wertung, und keiner konnte ihre Plätze auf dem Podium einnehmen.
Den obersten Platz sicherte sich überlegen der amtierende Europameister
der Klasse Original: Dominik Keuper! Er holte sich in der Sektion
6 zwei Rückwärts und berührte in der S1 eine Torstange.
Mehr lud er sich nicht aufs Konto. Auf dem zweiten Platz fand sich
Christof Schumann wieder und das Podium wurde von Stephan Postel
komplettiert. Auch hier wurde gerechnet und Christof Schumann legt
die Meßlatte sehr hoch: letztes Jahr noch Meister im JuniorCup,
dieses Jahr schon Meister der Klasse Original! Vizemeister mit zwei
Punkten Rückstand wurde Stephan Postel, Rang drei ging an seinen
Doppelstarter Bernhard Stracke. Andreas Klossner wurde glücklicher
Vierter und löste damit das letzte der vier Tickets zur Europameisterschaft
2007 in San Marino.
Klaus Hofmockel und Beifahrer Poldi Schichtl konnten noch aus eigener
Kraft Meister werden und versuchten dies mit allen erlaubten Tricks.
Poldi musste als Doppelstarter auf dem Mercedes 370 GE nennen und
die Sektionen vorfahren. Doch bis zur ersten Sektion kamen sie erst
gar nicht, da sie der erste von insgesamt drei platten Pneus zum
Reifenwechsel zwang. Meist geht es ja bekanntlich schief, wenn man
alles ganz besonders gut machen will. Noch eine aus Unachtsamkeit
umgefahrene Stange in der S1 und danach hieß das Ziel nur
noch Euroqualifikation. Zudem hatte zu diesem Zeitpunkt Burkhard
Leicht vom MSC Wildflecken nicht nur die Bramscher in Erstaunen
versetzte. Er war bis zu seiner neunten Sektion völlig fehlerfrei
unterwegs. Erst in der Sektion 6 mußte er wie Dominik Keuper
zweimal rückwärts und bei diesen sechs Fehlerpunkten,
die ja noch durch den Handicapfaktor geteilt werden, blieb es auch.
Damit stand fest, dass er in der Klasse Standard den Tagessieg innehaben
würde. Für Klaus mit seinem Gelben Baron wurde
es nun plötzlich wieder eng, denn ein neunter Platz in der
Tageswertung warf ihn weit zurück. Mit dem nicht anwesenden
Thomas Nest war er jetzt mit 119 Punkten gleichauf. Da das DGM-Reglement
den belohnt, der mehr Läufe fährt, woraus sich die Formel
ein Streichergebnis ist besser als keins, resultiert,
liegt der Franke mit zwei Streichergebnissen vorne und ergattert
den letzten Eurotrialstartplatz in der Klasse Standard. 121 Punkte
auf dem Konto reichten Andreas Riethmüller von den Night Hunters
für den dritten Rang in der Jahresendwertung. Der Vizemeistertitel
wurde mit nur einem Punkt Unterschied also mit 122 Punkten
an Burkhard Leicht vergeben. Damit war Heinz Bertsch der
Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Er setzte sich mit 126 Punkten
an die Spitze, nach 2003 sein zweiter Meistertitel in der Klasse
Standard! Welch eine Leistungsdichte in dieser Klasse, welch Wehmut
bei denen die knapp gescheitert sind. Aber Thomas, es gibt Hoffnung
der Verband kann eine Wildcard vergeben und als derjenige,
der mit dem geringsten Abstand gescheitert ist, solltest Du einer
der ersten Kandidaten dafür sein. Doch noch mal kurz zurück
zum Tagesgeschehen. Das Team Pauli um Frank Pauli, dem Vorsitzenden
des CVT, versuchte sich das erste Mal nach DGM Reglement in der
Klasse Standard. Und gleich mit Erfolg, denn es sprang der dritte
Platz heraus.
Michael Muggi Gereke und seine Night Hunters bilden
jedesmal an der Sektion ihre eigene Zuschauerkulisse. Sie hatten
diesmal mit den Tagesstartern aus CVT und GTG zu kämpfen, aber
Thomas Kunz ließ sich den Tagessieg mit seinem Cosworth befeuerten
Daihatsu F10 nicht nehmen. Normalerweise liegen sie auch alle recht
dicht beieinander. Diesmal quetschten sich ein paar Tagesstarter
dazwischen. Mit Platz drei erzielte Udo Wilhelm sein bestes Saisonergebnis.
Nächstes Jahr will er als Lizenzfahrer einsteigen und schon
diese Saison waren er und Doppelstarter Horst Körner bei allen
Läufen dabei! Bernhard Nieweg kassierte nur rund 13 Strafpunkte
mehr als Thomas Kunz und sicherte sich den zweiten Platz. Interessant
war, das kein einziger Modified und auch kein Prototyp mehr als
ein Tor in der Sektion 7 schaffte. Tagesstarter in der Modified
war auch Hans-Peter Hait, Vater der Allradlenkung, und sein Munga.
Platz 11 im Mittelfeld sprang für ihn heraus, schön, daß
er immer noch aktiv am Geschehen teilnimmt! Die Night-Hunters dominieren
auch die Jahreswertung. Michael Gereke holt sich souverän den
Titel vor Vizeeuropameister Jürgen Wagner und seinem Mannschaftskollegen
Thomas Aldi Altvater.
In
der Königsklasse freute sich Veranstalter Dirk Lewandowsky,
dass Norbert Soller als erster die Sektion 7 nicht schaffte, denn
damit stiegen Dirks Chancen auf die Vizemeisterschaft. Doch einen
Totalausfall hatte er Norbert sicher nicht gewünscht, aber
eine gebrochene Lenkstange und ein nicht mehr funktionierendes Schweißgerät
ließen dem Junior-Piloten keine andere Wahl als
aufzugeben.
Rainer Krepps Fazit des Jahres könnte auch lauten Von
einem Extrem ins andere. In Eisenberg nahm er ein unfreiwilliges
Wasserbad, in Bramsche spielte ihm der Feuerteufel einen Streich.
Eine Spritleitung riß ab und setzte seinen grünen Proto
in Flammen. Reaktionsschnell zeigten sich Georg Pirthauer, Jürgen
Wager und Wolfgang Fröls die sofort zu ihren Feuerlöschern
griffen und innerhalb weniger Sekunden dem Spuk ein Ende bereiteten.
Rainer kletterte zwar in Windeseile aus dem Proto, zog sich aber
dennoch leichte Verbrennungen an der Hand zu. Das hinderte ihn aber
nicht beim Fahren und so kämpfte er sich durch die Sektionen.
Leider beendete er neben der Sektion 7 auch die Sektion 12 nicht,
was schmerzhafte 250 Punkte bedeutete. In der Rangliste reichte
es noch für Platz drei. Auf den zweiten Platz fuhr Bodo Scheibe,
der in der ersten Protosektion einen Abbruch kassierte als er auf
einem Sandhügel aufsaß und sich die Räder frei drehten.
Die Sektion 13 war fast eine Achterbahn aus Hügel rauf und
wieder runter, gespickt mit engen Wendungen. Zuschauer wie Teilnehmer
hatten ihre helle Freude. Am besten meisterte alle zehn Sektionen
Harald Schumann mit seinem Opelix, auch wenn ihm leider
in der 13 die Zeit ausging. 577 Punkte wog seine Bordkarte, aber
das waren fast 50 Punkte weniger als bei Bodo. Norbert Reiner und
sein Geröllheimer II zeigten in der Sektion 14
noch einmal zum Saisonabschluß eine spektakuläre Schräglage.
Beifahrer Michael Schleifer zeigte akrobatische Verrenkungen um
einen Umfaller zu verhindern, leider ohne Erfolg. Der Geröllheimer
legte sich auf die Seite. Platz fünf am Ende für ihn.
Der Prototyp Phönix von Ulrich Spieker zeigte echte
Nehmerqualitäten und sie fuhren sogar vier Sektionen ohne Fehler.
Doch insgesamt drei Abbrüche brachten viele Strafpunkte, aber
er belegte einen hervorragenden vierten Platz. Für Tagessieger
Harald war es gleichzeitig der Gewinn der Vizemeisterschaft der
Protos, da Dirk Lewandowsky als Veranstalter ein Durchschnittsergebnis
bekommt. Um einen Punkt ist Harald besser als Dirk, ein knappes
Ergebnis!
Eine Kuriosität noch am Rande: Georg Pirthauer fährt
sonst mit seinem G in der Klasse Modified. Nachdem dort aber eine
Verbesserung der Platzierung nicht mehr möglich war, kreuzte
er bei der Nennung die Klasse Prototypen an. Doch das
Wagnis wurde nicht belohnt. Dank Norbert Sollners Ausfall, wurde
er zwar nur Vorletzter, ruinierte sich aber nach seiner siebten
Sektion sein Automatikgetriebe, so das auch er aufgeben musste.
Bei den Mannschaften hatte der G-Club I eine gute Ausgangslage vor
dem letzten Lauf. Fest stand, dass ihnen die Allradfreunde Heidelsheim
dieses Jahr nicht mehr gefährlich werden konnten. Aber die
Offroadfreunde Kurpfalz hatten den Mannschaftstitel ebenfalls ins
Visier gefaßt. Sie belegten hinter den mit 81 Punkten sehr
starken Night Hunters mit 79 Punkten Platz zwei. Der G-Club I lag
mit 63 Punkten nur auf Platz vier hinter dem MSC Wildflecken. Doch
in der Endabrechnung liegt der Mercedes-G-Club I um zwei Punkte
mit 373 Punkten vorn und der alljährlich Wetteinsatz
eine Kiste Sekt wurde auf Knien von Jürgen Wagner der
siegreichen Equipe überreicht. Vizemeister werden die ORF Kurpfalz
vor dem SCC Bramsche, der sich kontinuierlich nach vorne gearbeitet
hat. Auf Rang vier finden wir die AF Heidelsheim, die im nächste
Jahr sicher keine Mannschaftsnennung mehr vergessen
werden!
Die Saison ist vorbei, die Meister und die Qualifizierten für
den Eurotrial stehen fest. An dieser Stelle sei abschließend
allen gedankt, die diese Saison möglich gemacht haben. Allen
Fahrern und Beifahrern, Veranstaltervereinen mit Streckenposten
und Helfern, Küchenteams und den guten Geistern die immer im
Hintergrund stehen DANKE.
Wir freuen uns auf 2007.
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